Chronik des KGH

1819 Bürgermeister Jansenius versucht vergeblich, die Bürger Heinsbergs für die Gründung eines städtischen Gymnasiums zu gewinnen.
1823 Der Plan des Landrates van der Straeten, eine derartige Schule für den ganzen Kreis zu schaffen, scheitert an der Weigerung der weiter entfernt liegenden Gemeinden, sich an den Unterhaltskosten zu beteiligen.
1826-

1830

In Heinsberg werden Schüler bis zur Quarta (Jgst. 7) eines Gymnasiums vorbereitet. Dabei handelt es sich mehr um Privatunterricht als um einen organisierten Schulbetrieb.
24.03.

1843

Die Regierung in Aachen, Abteilung des Inneren, erteilt die Genehmigung für die Errichtung einer „Höheren Elementarklasse, worin zugleich ein lateinischer und französischer Unterricht erteilt werden soll.“

Bis 1848 bleibt diese Klasse Teil der Heinsberger Volksschule. Das Schulgeld beträgt monatlich zwanzig, für ärmere Schüler zehn Groschen. Da noch kein eigener Klassenraum zur Verfügung steht, wird in der Zeit von 16.00 bis 19.00 Uhr unterrichtet.

1848 Die Zahl wöchentlicher Unterrichtsstunden wird von zwölf auf achtundzwanzig erhöht. Kaplan Schuncken, der vom Kirchendienst entlastet wird, um sich ganz der schulischen Tätigkeit widmen zu können, übernimmt die Leitung der Schule.

Zum ersten Mal ist in den Protokollen des Schulvorstandes nicht mehr von einer „Unterrichtsklasse“, sondern von einer „Schule“ die Rede. In den folgenden Jahren können drei Klassen – Unter-, Mittel- und Oberklasse – mit den Fächern Lateinisch, Englisch, Deutsch, Musik, Religionslehre, Zeichnen und Schönschreiben (ab 1849 auch Griechisch) eingerichtet werden.

1855/

1856

Im Bericht dieses Schuljahres wird die Anstalt „Höhere Stadtschule zu Heinsberg“ genannt.
1865 Durch Berufung eines vierten Lehrers und die Errichtung eines vierten Klassenraumes kann die Schule abermals erweitert werden. Die vier Klassen, deren Lehrpläne jetzt den unteren Klassen einer anerkannten Höheren Schule angepasst werden, erhalten die Namen Sexta, Quinta, Quarta und Tertia (Jgst. 5-8).
1870 Durch Verfügung des Kultusministeriums wird die Dauer des Tertialehrganges an den Schulen Preußens auf zwei Jahre festgelegt; damit tritt eine Trennung der Tertia in Unter- und Obertertia (Jgst. 8 und 9) ein. Seit dieser Zeit hat die Heinsberger Schule fünf Klassen.
1893 Bei der Feier des 50-jährigens Jubiläums – der 50. Gedenktag der Gründung ist auch der 45. Jahrestag der Unabhängigkeit (s. 1848) – kann die Schule voller stolz feststellen, dass sie in einem halben Jahrhundert von 1400 Schülern besucht worden ist. Die von Rektor Wilhelm Lückenrath verfasste Festschrift trägt den Titel „Die höhere Stadtschule zu Heinsberg 1843-1893. Ein Erinnerungsblatt, den ehemaligen Schülern der Anstalt gewidmet.“

In diesem Jubiläumsjahr wird ein „Kuratorium für die Höhere Stadtschule“ gegründet.

1910 Durch Ministerialerlass werden die Gymnasialdirektoren ermächtigt, an den ihnen unter-stellten Rektoratsschulen Abschlussprüfungen vorzunehmen und über die bestandenen Prüfungen Zeugnisse auszustellen, die in ganz Preußen Gültigkeit haben sollen. An der Heinsberger Schule findet Ostern 1910 die erste Schlussprüfung statt.
1914-

1918

In den Kriegsjahren wird der Unterricht durch häufigen Lehrerwechsel – eine Folge der Einberufungen von Lehrern zum Kriegsdienst – stark beeinträchtigt.
1923 Durch Vertrag vom 27.03.2923 zwischen dem Kreis Heinsberg und der Stadt Heinsberg wird die Höhere Schule am 01.04.1923 in die Trägerschaft des Kreises übernommen und erhält die Bezeichnung „Höhere Schule in Heinsberg“.
1925 Durch Ministerialerlass vom 21.04.1925 wird die Eröffnung einer Untersekunda (Jgst. 10) genehmigt. Aus der Rektoratsschule wird ein „Realgymnasium mit gymnasialer Abteilung“.
1928/

1929

In diesem Schuljahr wird der Plan, das Progymnasium zu einer „Vollanstalt“ auszubauen, verwirklicht. Mit überwiegender Mehrheit sprechen sich Kreisausschuss und Kreistag für ein „Humanistisches Gymnasium“ aus. Den bestehenden Klassen wird eine Obersekunda (Jgst. 11) angegliedert.
1930 Am 07.051930 kann der Umzug vom alten Schulgebäude in der Patersgasse in das neue an der Linderner Straße erfolgen (heute „Altbau“). Die Urkunde, die bei der feierlichen Grundsteinlegung am 02.07.1929 eingemauert wurde, enthält im letzten Abschnitt folgende Worte:

Utinam agnoscant posteri nec labori nec sumptui nos pepercisse ad pueros optime excolendos atque educandos! Utinam impendiis tantis consumptis dignos se praestent, qui litteras cupide appetentes frequentabunt hancce aedem!

(„Hoffentlich erkennen unsere Nachkommen, daß uns keine Mühen und keine Kosten zu groß gewesen sind, um die Jugend aufs beste zu bilden und zu erziehen! Hoffentlich zeigt sich die Jugend, die diese Schule im eifrigen Streben nach Wissenschaft besuchen wird, dieser großen Opfer würdig!“)

1931 Die erste Reifeprüfung – zugleich auch Anerkennungsprüfung der „Vollanstalt“ – findet statt. Der Aufbau des „Kreisgymnasiums Heinsberg/Rhld“ als öffentliche, neunklassige Höhere Schule ist abgeschlossen.
1937 Ostern 1937 erfolgt die Umwandlung des Gymnasiums in die nationalsozialistische Hauptform höherer Schulen. Die Schule heißt jetzt „Kreisschule, Oberschule für Jungen“. Die Schulzeit wird auf acht Jahre verkürzt. Englisch tritt als erste Fremdsprache an die Stelle des Lateinischen, Griechischunterricht entfällt. Dem fremdsprachlichen Zweig mit Englisch, Französisch und Lateinisch wird ein naturwissenschaftlich-mathematischer Zweig angegliedert.
1943 Die Feier des 100-jährigen Bestehens hat der Zweite Weltkrieg verhindert.
1944 Am 14.09.1944 wird die Zwangsräumung der Stadt Heinsberg angeordnet. Damit endet das Schuljahr 1944/45 nach etwa vierwöchiger Dauer, die Schule bleibt fortan geschlossen.
1946 Am 22.05.1946 wird die Schule – fast ein halbes Jahr später als die meisten Schulen im Rheinland – nach Behebung der schweren Kriegsschäden wiedereröffnet. Durch Beschluss des Kreistages ist das altsprachliche Gymnasium wiedereingeführt worden. Ihm ist, um den Wünschen der Industrie, der Wirtschaft und des Handels gerecht zu werden, ein neusprachlicher Zweig angegliedert. Der Name der Schule lautet nun „Kreisgymnasium Heinsberg Rhld. Altsprachliches Gymnasium mit neusprachlichem Zweig“. Die Schulzeit beträgt wieder neun Jahre.
1950 Im Oktober werden bestimmungsgemäß Elternvertretungen gewählt. Bevor noch die Richtlinien zur Bildung einer Schulpflegschaft erlassen werden, treten am 01.02.1951 die gewählten Vertreter der Klassenpflegschaften zur Bildung einer Schulpflegschaft zusammen. – Seit 1950 finden wieder die Elternsprechtage statt, an denen alle Lehrer den Eltern zur Rücksprache über Leistungen und Verhalten der Schüler zur Verfügung stehen.
1951 Auf Anregung des Schriftleiters der Heinsberger Volkszeitung, Gerhard Laugs (Abitur 1936), wird mit Unterstützung des Schulleiters Maximilian Karger am 21.11.1951 der „Verein der ehemaligen Schüler des Kreisgymnasiums“ neugegründet.
1956 Im Rahmen der 700-Jahrfeier der Stadt Heinsberg feiert die Schule ihr 25-jähriges Be stehen als Kreisgymnasium. Studienrat a. D. Hubert Wimmers veröffentlicht die Festschrift „Die Heinsberger Höhere Knabenschule, 1843-1956“.
1960 Am 25.05.1960 wird der erste Erweiterungsbau – „Neubau I“ – eingeweiht; im Juni wird die Renovierung des ‚Altbaus’ durchgeführt.
1964 Zum ersten Mal haben die Schüler die Möglichkeit, die erste Fremdsprache zu wählen (Lateinisch oder Englisch). Nach langen – zum Teil kontrovers geführten – Diskussionen in Schul- und Verwaltungsgremien werden Mädchen zum Gymnasialbesuch zugelassen. Die Schülerzahl steigt beträchtlich.
1965 Der Schule wird ein Gymnasium in Aufbauform für Realschulabsolventen angegliedert, die in sogenannten R-Klassen zum Abitur geführt werden. Fächer sind: Deutsch, Mathematik und Lateinisch (schriftlich), Religionslehre, Gemeinschaftskunde, Physik (oder Chemie oder Biologie) als Wahlpflichtfach, Musik (oder Kunst) und Leibeserziehung. Die Fächer Englisch, Geschichte und Erdkunde werden am Ende der 11. Klasse abgeschlossen.
1967 Die Schulsportanlagen im Klevchen werden eingeführt.
1971 Der zweite Erweiterungsbau „Neubau II“ – mit vierzehn Klassenräumen, Fachräumen für Kunst, Chemie und die Fremdsprachen („Sprachlabor“) und zwei Turnhallen – kann seiner Bestimmung übergeben werden. Im Pädagogischen Zentrum wird ein, vom Verein der Ehemaligen gestiftetes Erinnerungsmal für die Kriegsopfer eingeweiht. Es ist ein vom Kunsterzieher der Schule, Michael Saran, gestaltetes Triptychon mit dem Gedenken an die gefallenen Soldaten, die Toten des totalen Bombenkrieges und die Opfer der Konzentrationslager.
1975 Die Die Einführung der reformierten Oberstufe – mit den Jahrgangsstufen 11,12 und 13 – lässt an die Stelle des Klassenunterrichts das Kurssystem (Leistungs- und Grundkurse) treten.
1985 Der dritte Erweiterungsbau – „Neubau III“ – wird fertig gestellt und bezogen.
1986 Im September wird die erste Projektwoche des Kreisgymnasiums unter dem Thema „Fortschritt und Tradition im Heinsberger Raum“ durchgeführt.
1989 In einer Feierstunde für die Abiturienten 1939 und 1949 wird der neugegründete „Förderverein des Kreisgymnasiums“ der Öffentlichkeit vorgestellt.